Immer mehr Rollatoren an Bord
Immer mehr ältere Fahrgäste und Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind mit dem Rollator unterwegs, im Bus, in der Straßenbahn und im Zug. Für den Fahrgast ist dieses Hilfsmittel vertraut: Es ist Gehstütze und Sitzgelegenheit in einem, zu Hause wie unterwegs. Für den Betreiber ist es ein Gegenstand auf Rädern, der an Bord bei jeder Fahrt aufs Neue einen sicheren Platz braucht.
Das wird an zwei Punkten spürbar. Beim Einsteigen muss der Fahrgast einen Sitzplatz suchen, sich dorthin bewegen und den Rollator separat abstellen und sichern. Das kostet an jeder Haltestelle Zeit, und diese Zeit wirkt sich auf den Fahrplan und die Arbeit des Fahrpersonals aus. Und während der Fahrt steht der Rollator irgendwo im Fahrzeug, oft nur auf den eigenen Bremsen.
Was während der Fahrt passiert
Ein Fahrzeug fährt an, bremst und lenkt, und alles, was lose steht, bewegt sich mit. Ein Rollator, der nur auf den eigenen Bremsen steht, kann dabei verrutschen oder umkippen.
Der heikelste Moment ist der Wechsel selbst. Wer vom Rollator auf einen Sitzplatz wechselt, lässt die eigene Stütze los, in einem Fahrzeug, das jeden Moment anfahren kann. Für jemanden, der den Rollator gerade braucht, um stabil zu stehen, ist das ein Sturzrisiko.
Hinzu kommt die Kapazitätsfrage: Ein Fahrgast, der auf eine Sitzbank wechselt, belegt einen regulären Sitzplatz, während der Rollator daneben zusätzlich Platz beansprucht.
Zwei Ansätze im Vergleich
- Wechsel auf einen Sitzplatz. Der Fahrgast parkt den Rollator und setzt sich auf einen regulären Sitz. Dieser Ansatz erfordert keine Anpassung des Fahrzeugs und funktioniert überall, enthält aber genau die oben beschriebenen Schwachstellen: den Wechsel selbst, den losen Rollator und den belegten Sitzplatz.
- Auf dem eigenen Hilfsmittel sitzen bleiben. Der Rollator wird in eine feste Einrichtung im Fahrzeug gestellt und arretiert, und der Fahrgast bleibt auf der eigenen Sitzfläche sitzen, mit einer Hand an einem festen Haltepunkt. Der Wechsel entfällt, der Rollator ist gesichert und ein regulärer Sitzplatz bleibt frei. Dem steht gegenüber, dass das Fahrzeug eine Einheit braucht, montiert an einer gut erreichbaren Stelle, und dass diese Stelle in die Innenraumaufteilung eingepasst werden muss.
Wie eine solche Wandeinheit funktioniert
Eine Wandeinheit nach diesem Prinzip durchläuft vier Schritte:
- Der Fahrgast fährt den Rollator in die Einheit und zieht beide Bremsen an.
- Der Rollator wird in die Wandeinheit gestellt und arretiert und bleibt an seinem Platz.
- Der Fahrgast bleibt auf der eigenen Sitzfläche des Rollators sitzen, mit einer Hand an einem festen Haltepunkt.
- An der Haltestelle wird der Rollator freigegeben und der Fahrgast steigt damit aus. Die Einheit ist danach für den nächsten Nutzer bereit.
Die Sicherung kann rein mechanisch erfolgen, mit serienmäßigen Industriekomponenten und ohne Elektronik. Das bedeutet eine lange Lebensdauer und einfache Wartung, bei geringem Einfluss auf die Abläufe des Betreibers und die Arbeit des Fahrpersonals.
Wo wir dabei stehen
Rollator-Rest arbeitet nach diesem Prinzip. Die Einheit wird von der Moveside AG entwickelt, einem Schweizer Spezialisten für Barrierefreiheit, und der Entwurf wurde in einem Praxistest bei den Zürcher Verkehrsbetrieben (VBZ) erprobt. Kampa liefert und betreut Rollator-Rest in den Benelux-Ländern; unsere Ingenieure unterstützen Sie bei der Einpassung in Ihre Fahrzeuge.

Der Fahrgast bleibt auf dem eigenen Rollator sitzen, gehalten von der Bodenführung.